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Wir werfen einen Blick auf die traditionellen Feiern der Epiphanie und der Heiligen Drei Könige.
· 4 Min. Lesezeit

In Spanien dauert die Weihnachtszeit weit über den 25. Dezember hinaus an, mit der Parade der Heiligen Drei Könige, der „Cabalgata de Reyes“, am 5. Januar, gefolgt vom Tag der Heiligen Drei Könige, „Día de los Reyes Magos“, einem landesweiten Feiertag am 6. Januar.
In Regionen wie Marbella und der Costa del Sol sind die Feierlichkeiten besonders eindrucksvoll, da sie alte Bräuche mit dem modernen, kosmopolitischen Flair der Gegend verbinden. Von zauberhaften Umzügen bis hin zu innigen Familientraditionen bietet diese Jahreszeit einen einzigartigen Einblick in den lebendigen Geist spanischer Festtage.
Die Feierlichkeiten beginnen am 4. Januar auf spektakuläre Weise mit einer besonderen lokalen Tradition: Die Heiligen Drei Könige kommen um 17:00 Uhr mit dem Boot im Puerto Deportivo von Marbella an, wo sie offiziell von der Bürgermeisterin empfangen werden, bevor sie in offenen Oldtimern durch die Stadt fahren. Diese Fahrt führt sie bis zum historischen Rathaus in Marbellas Altstadt und sorgt für ein aufregendes Schauspiel für Einheimische und Besucher. Wenn sie gemeinsam mit der Königlichen Garde die Plaza de la Iglesia erreichen, überreichen die örtlichen Behörden den Heiligen Drei Königen feierlich die Schlüssel der Stadt. Anschliessend verbringen sie die Nacht in der Burg von Marbella, um sich auf den Umzug des nächsten Tages vorzubereiten.
Am 5. Januar erwachen Marbellas Strassen mit der spektakulären Parade der Heiligen Drei Könige zum Leben. Sie beginnt um 18:00 Uhr auf der Avenida Ricardo Soriano. Der Umzug startet am Pirulí — einem ikonischen Bronzeturm nahe dem Kongresspalast — und zieht entlang der Hauptstrasse bis zur Avenida Severo Ochoa beim Quirón-Krankenhaus.

Mit aufwendig gestalteten Festwagen, kostümierten Darstellern und der Musikgruppe von Marbella verwandelt der Umzug die Stadt in ein Fest voller Begeisterung. Die Heiligen Drei Könige — Melchior, Kaspar und Balthasar — führen die Prozession an und überschütten die Menschen mit Süssigkeiten und kleinen Geschenken. Familien versammeln sich früh entlang der Strecke, um sich gute Plätze zu sichern, und bringen zusätzliche Taschen mit, um die Bonbons und Spielzeuge aufzusammeln, die von den Wagen geworfen werden. Zum bequemen Parken ist die Calle Jacinto Benavente bei Einheimischen besonders beliebt.
Am 6. Januar setzen spanische Familien die Feierlichkeiten fort, indem sie die Geschenke öffnen, die von den Heiligen Drei Königen gebracht wurden. Eine besondere Tradition ist der Roscón de Reyes, ein ringförmiges Hefegebäck mit einer versteckten Überraschung — meist einer kleinen Jesusfigur. Wer diese Figur findet, wird für einen Tag zum „König des Hauses“. Da es sich um einen landesweiten Feiertag handelt, bleiben die Geschäfte geschlossen, sodass Familien ihre Traditionen in Ruhe geniessen können.

Interessanterweise hat der Zeitpunkt dieses Feiertags zu einer besonderen modernen Anpassung geführt. Da der 7. Januar oft die Rückkehr in die Schule markiert und Kinder nur wenig Zeit haben, ihre neuen Spielsachen zu geniessen, verteilen viele spanische Familien die Bescherung inzwischen auf den 25. Dezember und den 6. Januar. Wie Einheimische gern sagen: Das ist nur einer der vielen Vorteile des Lebens in Marbella — eine Flexibilität, die verlängerte Feiertagsfreude möglich macht.

So wie Kinder in anderen Teilen der Welt Briefe an den Weihnachtsmann schreiben, verfassen spanische Kinder Briefe an die Heiligen Drei Könige. Marbella macht diese Tradition mit der „Casa del Cartero Real“, dem Haus des königlichen Briefträgers im Parque de la Alameda, noch besonderer.
Hier können Kinder ihre Briefe einwerfen und ihre Weihnachtswünsche sowie ihre Hoffnungen für den Dreikönigstag mitteilen. Es ist ein magisches Erlebnis, das die Vorfreude auf die Festtage noch verstärkt.
Die Ursprünge des Dreikönigstages gehen auf die biblische Erzählung der Weisen aus dem Morgenland zurück, die nach Bethlehem reisten und dem neugeborenen Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten. Diese Geschichte inspirierte die mittelalterlichen Gemeinschaften auf der Iberischen Halbinsel dazu, das Fest der Epiphanie mit religiösen Feiern zu begehen.

Was als rein religiöse Feier begann, entwickelte sich nach und nach zu einem breiteren kulturellen Fest, das die Fantasie spanischer Gemeinschaften eroberte. Im 19. Jahrhundert hatte die Feier bereits markante Merkmale wie grosse Strassenumzüge, die Tradition des Briefeschreibens und gemeinschaftliches Schenken angenommen.
Im modernen Spanien steht der Dreikönigstag für weit mehr als nur einen Feiertag. Er ist ein tief verwurzelter Ausdruck kultureller Identität, der historische religiöse Traditionen mit heutigen Familienfeiern verbindet. Der Tag symbolisiert Grosszügigkeit, Zusammenhalt in der Gemeinschaft und die Fortführung langjähriger kultureller Bräuche, die für die spanische Gesellschaft typisch sind.
Für Regionen wie Marbella und die Costa del Sol bleibt diese Feier ein lebendiges Zeichen kultureller Kontinuität. Sie verwandelt eine alte biblische Erzählung in ein gegenwärtiges, integratives Erlebnis, das Generationen durch gemeinsame Traditionen von Freude, Erwartung und festlichem Miteinander verbindet.
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